Inhalte der Foren
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Hier finden Sie kurze Zusammenfassungen der Foreninhalte: Forum 1 Im ersten Teil des Forums referierte Frau Prof. Dr. Birgit Stappen, Katholische Fachhochschule für Soziale Arbeit, Praktische Theologie, Gesundheit und Pflege in Mainz zum Thema „Pflege in der Familie zwischen privater und öffentlicher Verantwortung: (noch) eine Selbstverständlichkeit als Aspekt perspektivischer Lebens- und Familienplanung?“ Link: Handout zum Vortrag Im zweiten Teil des Forums wurden ausgewählte Aspekte der Studie „Pflege und Betreuung im Wohnquartier“ vor dem Hintergrund der Pflege in der Familie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, die das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen im Mai 2008 in Auftrag gegeben hatte. Die Autoren der Studie sind Herr Prof. Dr. Frank Weidner, Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. in Köln und Dekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, Herr Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Lehrstuhlinhaber Gerontologische Pflege in der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und Herr Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln. Link: Handout zum Vortrag In der Diskussion kamen folgende zentralen Themen zur Sprache: Forum 2 Gute Pflege setzt voraus, dass alle Beteiligten ständig die Qualität messen, sichern und fortentwickeln und dabei die Wünsche und Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen einbeziehen. Einblicke in das Modellprojekt „Ernährung und Flüssigkeitsversorgung“ haben gezeigt, wie in Einzelschritten und ohne Mehrkosten die Prozesse in den Organisationen optimiert werden können und gleichzeitig die Lebensqualität in den Einrichtungen dauerhaft verbessert wird. Die vom Landespflegeausschuss beschlossenen ’Leitsätze für die Pflege in Rheinland-Pfalz’ und die ’Zielvereinbarung über die Verbesserung der Pflegequalität’ unterstützen den Qualitätsverbesserungsprozess. Forum 3 Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund der so genannten ersten Generation nähern sich dem Rentenalter. Viele werden aufgrund schwerer körperlicher Arbeitsbelastungen auch pflegebedürftig sein. Sie haben einen Anspruch auf Teilhabe an den Leistungen des Sozialstaats, nicht zuletzt auch dadurch, dass sie ihn selbstverständlich mitfinanzieren. Die Pflege dieser Bevölkerungsgruppe stellt an die Pflegenden jedoch besondere Anforderungen, da Menschen mit Migrationshintergrund häufig aufgrund ihrer kulturellen Herkunft eine deutlich andere Körperwahrnehmung sowie andere Vorstellungen von Krankheit, Gesundheit und Pflege besitzen. Zugleich ist dabei zu berücksichtigen, dass diese Bevölkerungsgruppe nicht homogen zusammen gesetzt ist. Das Thema Interkulturalität wird die Pflege daher künftig dauerhaft begleiten und muss im Organisationsprozess mitgedacht werden.
Das Forum 4 hatte zum Ziel, neue gemeinschaftliche Wohnprojekte und Projekte für lebendige und unterstützende Nachbarschaft vorzustellen. Selbstbestimmte Wohnformen mit ambulanten Unterstützungsmöglichkeiten sichern ein möglichst langes Verbleiben in der eigenen Häuslichkeit. Neben der Sicherung der Infrastruktur für den täglichen Bedarf sind neue Wohnprojekte für lebendige Nachbarschaften sowohl im ländlichen Raum als auch in städtischen Quartieren das Thema der Zukunft. In der ersten Präsentation stellte der Geschäftsführer der Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH (BGW), Herr Norbert Müller, das „Bielefelder Modell - Selbstbestimmt Wohnen mit Versorgungssicherheit“ vor. Die BGW hat neben dem starken Ausbau des Seniorenwohnens mit dem Bielefelder Modell ein Konzept entwickelt, das den Mietern auch bei steigender Hilfebedürftigkeit das Wohnen in modernen und komfortablen Wohnungen im vertrauten Umfeld ermöglicht. Dabei ist auch integratives Wohnen in den Projekten und im Umfeld möglich – für ältere Menschen, für Behinderte, für Menschen mit geringem und hohem Hilfebedarf sowie für Demenzkranke. Die BGW garantiert eine 24-stündige Versorgungssicherheit für die Mieterinnen und Mieter und das Wohnumfeld, ohne dass eine Betreuungspauschale anfällt. Durch das Bielefelder Modell werden die Selbsthilfefähigkeiten der pflegebedürftigen Menschen und ihres Umfeldes gestärkt, und dadurch die Prävention durch eine frühzeitige Unterstützung verbessert.
In der Diskussion kam zum Ausdruck, dass sehr viel stärker die Wohnungswirtschaft und die Kommunen Motor für zukünftige selbstbestimmte Wohnformen sein müssten. Ein starkes Netzwerk unterschiedlicher lokaler Akteure ist eine gute Voraussetzung für gelingende Konzepte. Die Bewohnerschaft sollte von Beginn an, an der Entwicklung von neuen Quartierkonzepten und Nachbarschaftsnetzwerken beteiligt werden. Neue selbstbestimmte Wohnformen und Quartierskonzepte müssen auch Menschen mit klei-nen und mittleren Einkommen einbeziehen. Beispielgebend ist die Umsetzung in Bielefeld, die auch auf ländliche Räume übertragbar ist. Das Forum 5 fand trotz des abstrakten Titels „Strukturentwicklung und regionale Pflegestrukturplanung“ Zuspruch auch unter den jungen Frauen und Männern, die sich auf Pflege als ihren Beruf vorbereiten. Mit ihnen waren Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Beratungs- und Koordinierungsstellen und ambulanten Diensten an der Frage interessiert, worin die Bedeutung von "Planung" und "Strukturentwicklung" für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, aber auch für die professionell Pflegenden und die Kommunen konkret liegen könne.
Im Modellprojekt „Arbeitsbewältigungs-Coaching in der ambulanten Pflege (PIZA II)“ werden in persönlich-vertraulichen Gesprächen und in betrieblichen Workshops Hinweise erhoben und Maßnahmen entwickelt, um gesund, gut und gerne bis zur Rente arbeiten zu können. Arbeitsbewältigungsfähigkeit ist dabei der Grad der Passung zwischen Arbeitsanforderungen und Person. Beides kann sich verändern und muss gegebenenfalls – altersangemessen – angepasst werden. Die Gestaltungen beziehen sich auf die Bereiche Gesundheit, Kompetenz, Arbeitsplatz und Arbeitszeit sowie Führung und Unternehmenskultur. Die Ergebnisse sind veröffentlicht in den Berichten aus der Pflege Nr. 8. Im Modellprojekt „Partizipative Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz durch sozialen Dialog (PaPsD)“ wird bestätigt, dass es von Vorteil ist, wenn die Expertinnen und Experten ihrer eigenen Arbeit zu Wort kommen. Im sozialen Dialog werden Arbeitsbedingungen im Betrieb bezüglich ihrer Stärken und Schwächen wahrgenommen und können mit denen aus anderen Unternehmen verglichen werden. So können Hinweise auf gute Bedingungen daraufhin hinterfragt werden, wie sie erhalten und gefördert werden können und Hinweise auf Veränderungsbedarfe können in Maßnahmen übertragen werden. Zum Schutz und zur Förderung von Beschäftigten und Unternehmen hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege die Kampagne „Aufbruch Pflege“ eingerichtet. Mit systematischen Maßnahmen der Analyse, Bewertung, Intervention in Organisations- und Personalentwicklung sowie im Qualitätsmanagement werden Arbeitssysteme so gestaltet, dass die Beschäftigten gesund alt werden können im Beruf. Mit der Arbeitslogistik in der Altenpflege (Al.i.d.A), mit Konzepten der betrieblichen Gesundheitsförderung wie auch mit individualpräventiven Ansätzen, z. B. zum Hautschutz und zur psychischen Gesundheit, wird ein breites Maßnahmenbündel zur Organisationsentwicklung angeboten. In der abschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, dass den Führungskräften und Beschäftigten wertschätzende Anerkennung ihrer Leistung zuteil wird. Zugleich gibt es allerdings auch Einvernehmen darüber, dass ein hoher Veränderungsbedarf in den Pflegeberufen und in den Diensten festzustellen ist und dass es schon jetzt quantitativ und qualitativ an Personal fehlt. Insofern gilt das Schlusswort eines Teilnehmers: ‚Die Grenzen des äußeren Wachstums sind wohl erreicht – jetzt gilt es, die Möglichkeiten des inneren Wachstums zu erkunden. Das Gestaltungspotenzial dafür ist bei allen Beteiligten vorhanden’. Im Forum 7 standen drei Themen zur Diskussion: Das „Branchenmonitoring Pflege Rheinland-Pfalz“ erhebt mittels elektronischer Befragung Informationen über die Arbeitsmarktsituation in der Pflege von allen Versorgungssektoren des Gesundheitswesens in Rheinland-Pfalz. Nachdem im Rahmen der ersten Befragung im Jahre 2002 ein Mangel an Pflege(fach)kräften festzustellen war, ist im Jahr 2005 ein deutlicher Überhang bei den Pflege(fach)kräften zu verzeichnen gewesen. Das nächste Branchenmonitoring soll im Jahr 2009 durchgeführt werden. Die Studie zur Verweildauer in Pflegeberufen hat ergeben, dass die Gesundheits- und Krankenpflegerinnen einen längeren Berufsverbleib haben, als allgemein diskutiert. So verbleiben auch nach 10 Jahren mehr als 70% der Pflegekräfte in diesem Beruf. Die deutlich schlechteren Ergebnisse der Altenpflege sind jedoch nur bedingt aussagekräftig, da statistisch keine Differenzierung von Altenpflege und Sozialarbeit möglich ist. Forum 8 1. Es gibt nach wie vor ein hohes Informationsdefizit hinsichtlich des Krankheitsbildes Demenz, auch in den Altenpflegeschulen, bei gleichzeitigem hohen Interesse und Informationsbedürfnis. 2. Es wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums gewünscht und begrüßt, das Hausärzte noch stärker in die Diagnostik und Versorgung von Menschen mit Demenz eingebunden werden. 3. Die vorgestellten Wohngemeinschaften aus Berlin und das Netzwerk im biogra-phischen Sozialraum in Ludwigshafen waren anschauliche Projekte aus der Praxis, was den Zuhörerinnen und Zuhörern Mut gemacht hat, dies nachzuahmen. 4. Die Netzwerkidee der LZG muss an die Basis transferiert werden, um konkrete Maßnahmen vor Ort zu initiieren. Dies bedarf einer starken Unterstützung in der Startphase. Forum 9 Das im Forum vorgestellte Gutachten zu zukünftigen Handlungsfeldern in der Krankenhauspflege zeigt, dass eine neue Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen im Krankenhaus machbar und sinnvoll ist. Die Zuweisung von Aufgaben müsse sich am Prozessablauf orientieren. Dabei seien klare Regelungen erforderlich. Von zentraler Bedeutung ist die Erfüllung der Qualifikationsanforderungen, wenn Aufgaben anderer Berufsgruppen übernommen werden. Die Patientensicherheit müsse gewährleistet sein. Die ärztliche Gesamtverantwortung wird dadurch nicht in Zweifel gezogen. Unterschiedliche Auffassungen der Referentinnen und Referenten gab es darüber, ob lediglich eine Delegation bisher von Ärztinnen und Ärzten erbrachter Leistungen auf das Pflegepersonal oder auch eine Substitution, d.h. eine Übertragung von Aufgabenfeldern, angestrebt werden sollte.
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