Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe

Das Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) hat am 1. Januar 2010 das Heimgesetz des Bundes abgelöst. Das LWTG unterstützt und fördert das selbstbestimmte Wohnen älterer Menschen, pflegebedürftiger volljähriger Menschen und das von volljährigen Menschen mit Behinderungen, die in Einrichtungen leben. Ziel ist es, besonders das selbstbestimmte gemeinschaftliche Wohnen zu stärken – wie das in betreuten Wohngruppen oder selbstorganisierten Wohngemeinschaften. 

Außerdem sollen die Menschen, die in diesen Einrichtungen leben, intensiver an der Gemeinschaft teilhaben und mehr mitorganisieren können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Öffnung der Einrichtungen in das Wohnquartier hinein. So können Sie als Bewohner einer solchen Einrichtung zum Beispiel an Veranstaltungen im Ort teilnehmen, indem Ehrenamtliche Sie begleiten. Auch eine Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen ist belebend für beide Seiten. Die Kinder kommen dabei in die Einrichtungen oder die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen besuchen Schulen und Kindergärten. So wird ein regelmäßiger Austausch gefördert. Besuche bei Angehörigen und Freunden im Ort oder der Einkauf von Lebensmitteln oder sonstigen Bedarfen des täglichen Lebens werden mit der Unterstützung von Ehrenamtlichen möglich. 

Einrichtungen mit umfassendem Leistungsangebot

Der Begriff „Pflegeheim“ wurde abgelöst durch den Begriff „Einrichtungen mit umfassendem Leistungsangebot“. Sie überlassen den Bewohnerinnen und Bewohnern Wohnraum und stellen ihnen Pflege-, Teilhabe- oder andere Unterstützungsleistungen und Verpflegung zur Verfügung. Weitere Wohnformen nach dem LWTG sind „betreute Wohngruppen für pflegebedürftige volljährige Menschen“ und „betreute Wohngruppen für volljährige Menschen mit Intensivpflegebedarf oder schweren kognitiven (geistigen) Einschränkungen“. Menschen, die hier leben, können beispielsweise Pflege-, Teilhabe- und andere Unterstützungsleistungen von unterschiedlichen Anbieterinnen und Anbietern frei wählen. Die Verantwortung für diese Wohngruppen hat ein Träger, der den Bewohnerinnen und Bewohnern die vorgenannte Wahlfreiheit zusichert und sie gegebenenfalls darin unterstützt.


Die zuständige Beratungs- und Prüfbehörde

Zur Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner hat das LWTG die Beratungsleistungen deutlich erweitert. Die zuständige Beratungs- und Prüfbehörde steht jetzt auch diesen Zielgruppen beratend zur Seite: 

  • den Bewohnerinnen und Bewohnern in Einrichtungen und anderen Wohnformen, 
  • ihren Angehörigen,
  • den Bewohnervertretungen,
  • den Trägern sowie Initiatoren der vorgenannten Einrichtungsarten

Die Behörde ist beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in den Dienststellen Koblenz, Landau, Mainz und Trier angesiedelt und steht Ihnen für alle Fragen rund um Einrichtungen und Wohnformen zur Verfügung.

Mehr Informationen

Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
Rheinallee 97–101
55118 Mainz
Telefon: 06131/967 0

Informationen zu den Aufgaben der Beratungs- und Prüfbehörde:
unter www.lsjv.rlp.de » Soziales » Beratungs- und Prüfbehörde nach dem LWTG

Informationen und Angaben zu den Wohnangeboten:
www.sozialportal.rlp.de/aeltere-menschen